Mittwoch, 13. April 2011

Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv bekommt neue Adresse

… und der Zutritt zur Dauerausstellung bleibt der Öffentlichkeit weiterhin verwehrt

Ernst-Schmidt-Platz

Das Schulgebäude der ehemaligen Luisenschule am Bismarck­platz wurde nach Plänen des Architekten F. Paulsen errichtet und 1906 bezogen. Im November 1988 wurde es unter Denk­mal­schutz gestellt und bis 2004 als städtisches Gymnasium genutzt. Seit Oktober 2009 befindet sich das „Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv“ in dem Gebäude. Bisher lautete die Anschrift Bismarckplatz 10. Seit heute ist der Platz vor dem Schulgebäude dem Andenken des Stadt­his­to­ri­kers Dr. Ernst Schmidt (* 12. Oktober 1924 in Essen-Borbeck, † 16. Dezember 2009 in Essen) gewidmet, die Anschrift des Stadt­archivs lautet nun Ernst-Schmidt-Platz 1.

Enthüllung des neuen Straßenschildes: Inge Schmidt mit Urenkelin Pia Dignath, Bürgermeister Franz-Josef Britz und Dr. Klaus Wisotzki, Leiter des Stadtarchivs

Dr. Ernst Schmidt hatte sich um die Essener Geschichte sehr verdient gemacht, insbesondere mit seinen Veröffentlichungen und Publikationen über die Zeit des Nationalsozialismus in Essen hat er sich einen Namen gemacht. Ernst Schmidt hat mit einer kumulativen Dissertation (u. a. „Lichter in der Finsternis. Gegner und Verfolgte des Nationalsozialismus in Essen“) an der Universität Bremen promoviert, er war zu der Zeit bereits im Ruhestand. Auf seine private Initiative ist das Archiv Ernst Schmidt entstanden, welches zwischenzeitlich am Ruhrlandmuseum angesiedelt war, sich nun aber im „Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv“ befindet. Die Essener Arbeiterbewegung im 19. und 20. Jahrhundert sowie die Geschichte der Stadt Essen unter nationalsozialistischer Herrschaft bilden den Schwerpunkt des Archivs. Nun wird Ernst Schmidt posthum die Ehre zuteil, dass der Platz vor dem „Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv“ nach ihm benannt ist. Seine Witwe, Inge Schmidt, hat heute mit Hilfe ihrer Urenkelin Pia Dignath das neue Straßenschild am Ernst-Schmidt-Platz enthüllt. Im Anschluss daran hielten Bügermeister Franz-Josef Britz und Dr. Klaus Wisotzki, Leiter des Stadtarchivs, die Ehren­an­spra­chen. Außerdem wurde in Anwesenheit von Fernseh­jour­na­list Jürgen Lodemann (* 28. März 1936 in Essen) sein 1986 gedrehter Dokumentarfilm „Borbecker Jungens. Warum Ernst Schmidt andere Geschichten erzählt“ vorgeführt.

Was aber bei der Veranstaltung mit keiner Silbe erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass der Zutritt zur Dauerausstellung „Essener Geschichte im 20. Jahrhundert“ der Öffentlichkeit weiterhin verwehrt bleibt. Dem Stadtarchiv fehlen Geld und Personal, und so ist nach mehrfacher Verschiebung der Eröffnung noch immer kein Ende der Misere in Sicht. Und das in der Ex-Kulturhauptstadt … einfach nur noch ärgerlich.

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