Freitag, 25. März 2011

Colonia Claudia Ara Agrippinensium

2000 Jahre Geschichte, Kultur und Architektur auf 405 km², und noch vieles mehr …

Colonia Claudia Ara Agrippinensium hieß die römischen Kolonie im Rheinland, aus der sich die heutige Stadt Köln entwickelt hat. Die römische Kaiserin Agrippina ließ die Siedlung im Jahre 50 n. Chr. zur Stadt erheben, heute ist daraus die größte Stadt Nordrhein-Westfalens geworden. Fährt man aus dem Ruhrgebiet mit dem Zug nach Köln und steigt breits am Bahnhof Köln Messe/Deutz aus, so hat man vom Deutzer Rheinufer einen schönen Blick auf die Kölner Altstadt, den Dom und die Hohenzollernbrücke, die als Eisenbahn- und Fußgängerbrücke den Rhein überquert.

Kölner Dom und Hohenzollernbrücke


Hohenzollernbrücke

Unzählige Vorhängeschlösser zieren die Sicherheitsgitter der Hohenzollernbrücke, die die Fußwege von den Bahngleisen trennen. Die „Liebesschlösser“ werden von Pärchen dort angebracht, und der Schlüssel anschließend in den Rhein geworfen. Der romantische Brauch trägt obendrein zur Wirtschaftsförderung bei: Bei der Wahl ihrer Schlösser greifen viele Liebende auf das Angebot eines Unternehmens aus dem Ruhrgebiet zurück.

Vorhängeschloss an der Hohenzollernbrücke


Kölner Dom

Der Kölner Dom ist die populärste Sehenswürdigkeit Deutschlands, er wurde 1996 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Kathedrale im gotischen Baustil wurde 1248 nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen, aber erst 1880 nach über 600 Jahren vollendet. Wobei die Dombaumeister seit der Fertigstellung des Domes gegen den Zerfall des Sandsteins kämpfen.

Westfassade des Kölner Doms

Der Dreikönigenschrein hinter dem mittelalterlichen Hochaltar ist das größte als Goldschmiedearbeit ausgeführte Reliquiar des Mittelalters in Europa. Er wurde für die 1164 aus Mailand nach Köln gebrachten Gebeine der Könige gefertigt und stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt des Goldschmiedes Nikolaus von Verdun.

Dreikönigenschrein hinter dem mittelalterlichen Hochaltar

Die gotische Kathedrale wäre ohne die farbigen Fenster, die aus unterschiedlichen Epochen stammen, nicht denkbar. Das im Bild gezeigte Anbetungsfenster aus dem Bayernfenster-Zyklus wurde zum Domjubiläum 1848 im südlichen Seitenschiff eingesetzt.

Anbetungsfenster im südlichen Seitenschiff

1941 wurde beim Ausheben des Dombunkers ein römisches Wohnhaus, das Peristylhaus mit dem Dionysosmosaik gefunden. Das Mosaik verdankt seinen Namen dem zentralen Medailion, das den Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase zeigt. Dieses Mosaik ist vom Roncalliplatz aus im Untergeschoß des Römisch-Germanischen Museum zu sehen.

Zentrales Motiv des „Dionysosmosaiks“ im Römisch-Germanischen Museum

Zwischen Dom und Hoher Straße liegt der Wallrafplatz, benannt nach Ferdinand Franz Wallraf (* 20. Juli 1748 in Köln, † 18. März 1824 in Köln). Hier befindet sich auch das bekannte Funkhaus des Westdeutschen Rundfunks.

Funkhaus Wallrafplatz

Das Historische Kölner Rathaus dürfte Deutschlands ältestes Rathaus sein. Der Rathausturm wurde von 1407 bis 1414 erbaut, eine dem Rathausbau vorgelagerte Laube wurde erstmals im Jahr 1404 erwähnt. Der Vorbau im Renaissancestil wurde aber erst von 1569 bis 1573 nach Plänen von Wilhelm Vernukken errichtet. Aber bereits in den Jahren zwischen 1135 und 1152 wird das Rathaus als „Haus der Bürger“ in Urkunden erstmals erwähnt.

Historisches Rathaus mit Rathausturm und Renaissance-Vorbau

Am spätgotischen Rathausturm mit einer Gesamthöhe von 61 Metern befinden sich 124 Figuren aus Savonnièrestein, die im Erdgeschoss Herrscher und herrschergleiche Personen darstellen, im ersten bis zum dritten Obergeschoss um die Stadt verdiente Persönlichkeiten, und im vierten Obergeschoss Schutzheilige.

Steinerne Skulpturen am Eingang zum Rathausturm


Renaissance-Vorbau am Historischen Rathaus

Auf dem Rathausplatz finden seit August 2007 umfangreiche Ausgrabungen statt, die die älteste Synagoge nördlich der Alpen sowie Grund- und Kellerrmauern großer romanischer und gotischer Bürgerhäuser freigelegt haben.

Archäologische Zone: Ausgrabungen auf dem südlichen Rathausplatz

Am 13. Juli 1709 gründete Johann Baptist Farina das Unternehmen Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz GmbH, das heute die älteste bestehende Eau-de-Cologne- und Parfüm-Fabrik der Welt ist. Die Firmenbezeichnung wird oft als „Farina gegenüber“ abgekürzt.

Farina-Haus

„Dropped Cone“ haben Claes Oldenburg (* 28. Januar 1929 in Stockholm, bedeutender Vertreter der amerikanischen Pop Art) und seine Frau Coosje van Bruggen (* 6. Juni 1942 in Groningen, † 10. Januar 2009 in Los Angeles) ihre Eistüten-Skulptur auf dem Dach der Neumarkt Galerie genannt. Zehn Meter ragt sie über das Dach des Gebäudes hinaus, beinahe realistisch läuft das Eis an der Fassade des Gebäudes herunter.

„Dropped Cone“ von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen auf dem Dach der Neumarkt Galerie

Alt. St. Alban am Quatermarkt – erstmals 1172 urkundlich erwähnt – ist eine der ältesten Pfarrkirchen Kölns. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und später nicht wieder aufgebaut, sondern als Gedenkstätte den Toten der beiden Weltkriege gewidmet.

Alt St. Alban

Der Gürzenich entstand von 1441 bis 1447 auf dem Grundstück der Patrizierfamilie von Gürzenich als Festhalle im Zentrum der Kölner Altstadt. Durch die Fernsehübertragungen der Karnevalssitzungen aus dem Großen Festsaal ist der Gürzenich deutschlandweit bekannt.

Gürzenich

Am 28. April 2003 eröffnete in der Gürzenichstraße das Kölner Hard Rock Cafe. Die Restaurants sind durch ihre Atmosphäre bekannt, u. a. dienen signierte Gitarren, Bühnenkleidung, seltene Fotos und Goldene Schallplatten als Wanddekoration.

Hard Rock Cafe

Auch wenn „Farina gegenüber“ die älteste bestehende Eau-de-Cologne- und Parfüm-Fabrik der Welt ist, so dürfte doch „4711“, die Kölnisch-Wasser-Marke der Mäurer & Wirtz GmbH & Co. KG der bekanntere deutsche Markenartikel sein. Die Hausnummer 4711 geht auf die Besetzung der Stadt durch französiche Truppen im Jahr 1794 zurück. Das heutige Gebäude mit der neugotischen Fassade an der Ecke Glockengasse 4/Schwertnergasse 1 wurde im Jahr 1963 errichtet.

4711 Stammhaus in der Glockengasse 4, Ecke Schwertnergasse 1


Groß St. Martin

Am Fischmarkt wurden viele der schmalen, spitzgiebeligen Häuser nach der Zerstörung im letzten Weltkrieg im historischen Stil wieder aufgebaut. Durch den Bau des Rheinufertunnels entstanden zusätzliche Aufstellmöglichkeiten für Tische der Gastronomiebetriebe, über die sich auch die Besucher des Viertels freuen.

Fischmarkt

In der Salzgasse in der Kölner Altstadt hat der Bildhauer Wolfgang Reuter (* 3. April 1934 in Köln) Tünnes und Schäl, den beiden legendären Figuren aus dem Hänneschen-Puppentheater, ein Denkmal gesetzt. Es soll Glück bringen, die Nasen der beiden Figuren zu reiben.

„Tünnes und Schäl“ von Bildhauer Wolfgang Reuter

Die im September 1858 von Hubert Koch gegründete Brauerei zur Malzmühle wird heute unter dem Namen „Brauerei zur Malzmühle Schwartz KG“ geführt. Sie braut etwa 40.000 Hektoliter „Mühlen-Kölsch“ pro Jahr. Das Brauhaus am Heumarkt ist ein beliebter Treffpunkt in Köln.

Brauerei zur Malzmühle

Das zwischen 1220 und 1225 von Blithildis Overstolz errichtete romanische Patrizierhaus gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt Köln und ist das älteste erhaltene Patrizierhaus in Deutschland. Seit 1990 wird das Overstolzenhaus von der Kunsthochschule für Medien Köln genutzt.

Overstolzenhaus

Auf einer der ältesten Senfmühlen aus dem Jahr 1810 stellt Senfmüller Wolfgang Steffens nach ausgesuchten und historischen Rezepturen und Verfahren am Holzmarkt herausragende Senfsorten her.

Kölner Senfmuseum

Der 1898 eröffnete Rheinauhafen in der Kölner Südstadt wird seit 1998 neu erschlossen und nach einem Entwurf des Hamburger Architekturbüros BRT Architekten, Bothe Richter Teherani unter Erhaltung der denkmalgeschützten Gebäude zu einem neuen Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet umgestaltet.

Kranhaus

Ein besonderes Highlight sind die drei so genannten Kranhäuser, die den historischen Lastenkränen nachempfunden sind. Die Rheinuferpromenade vom Kap am Südkai im Süden bis zum Schokoladenmuseum im Norden führt nicht an den Kranhäusern vorbei, sondern durch sie hindurch.

Halle 12 (ehemalige Zollhalle), Kranhaus Nord und historischer Hafenkran

Die harmonische Verbindung von Altem mit Neuen wird beispielsweise am denkmalgeschützen Hafenamt an der Kopfseite des Hafenbeckens in unmittelbarer Nähe des Kranhauses Süd sichtbar.

Kranhaus Süd und das alte Hafenamt, Sitz der
Häfen und Güterverkehr Köln AG


Das Ende der 1970er Jahre in dem roten Backsteinbau aus dem Jahre 1906 entstandene Bürgerhaus Stollwerk ist eines der größten Bürgerhäuser in Nordrhein-Westfalen. Es diente ehemals als preußisches Proviantamt (Zeughaus) und wurde später von der Bundespost als Lagerhaus genutzt. Das Kulturzentrum bietet neben den großen Bereichen für Kinder- Jugend- und Seniorenarbeit auch Veranstaltungs-, Sport-, Konferenz- und Serviceräume.

Bürgerhaus Stollwerk

Der etwa 35 Meter Meter hohe Bayenturm entstand um 1220 als Teil der acht Kilometer langen Stadtbefestigung.

Bayenturm

Im rhein3 am Elisabeth-Treskow-Platz befinden sich Eigentumswohungen und Büroeinheiten in bester Lage des Rheinauhafens direkt am Wasser. Der Platz ist seit 2006 nach der Goldschmiedin und Kunstprofessorin Elisabeth Treskow (* 20. August 1898 in Bochum, † 6. Oktober 1992 in Brühl) benannt. Eine ihrer populärsten Arbeiten ist sicherlich die „Meisterschale“ des Deutschen Fußballbundes.

Elisabeth-Treskow-Platz

Die alleinstehende Rheinbastion wurde in den 1920er Jahren umgebaut, dort war von 1939 bis 1999 die Wasserschutzpolizei beheimatet. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Goldschmiede.

Rheinbastion

Das 1909 durch Hans Verbeek als Speicher errichtete, 170 Meter lange Lagergebäude im Süden des Hafengeländes wird wegen seiner äußeren Form mit sieben Giebeln im Volksmund auch „Siebengebirge“ genannt. Das Gebäude wurde den Giebeln entsprechend in einzelne Häuser aufgeteilt.

„Siebengebirge“ und „SILO 23“

Die mit 1,6 Kilometern längste Tiefgarage Europas erstreckt sich von der Drehbrücke am Malakow-Turm bis zum Kap am Südkai und bietet Platz für ca. 5.000 Fahrzeuge.

Längste Tiefgarage Europas


Sonnenuntergang am Deutzer Rheinufer

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