Montag, 30. August 2010

FilmSchauPlätze NRW 2010: Bottrop

„Lauf um Dein Leben“ am Alten Bootshaus der Rudergemeinschaft Bottrop e.V.

Im Rahmen der „FilmSchauPlätze NRW 2010“ wurde am 29. August 2010 am Alten Bootshaus der Rudergemeinschaft Bottrop e.V. der deutsche Spielfilm „Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“ mit Max Riemelt, Jasmin Schwiers, Uwe Ochsenknecht, Axel Stein, Udo Schenk und Leslie Malton gezeigt. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Triathleten Andreas Niedrig (* 12. Oktober 1967 in Recklinghausen), der beim Ironman Hawaii (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,195 km Laufen) am 18. Oktober 1997 als Neuling mit einer Zeit von 9:01:51 Stunden den 17. Platz belegte. Jedoch geht es im Film weniger um die sportliche Karriere als viel mehr um die persönlichen Hintergründe von Andreas Niedrig, um seinen Weg aus der Drogen-Sucht. Die Deutschland-Premiere fand am 21. April 2008 im Lichtburg-Center in Dinslaken statt, obwohl das Kino nur 500 Plätze hat; bundesweit lief der Film am 24. April 2008 an.

Altes Bootshaus am Rhein-Herne-Kanal

Der Steinkohlebergbau in Bottrop kann auf über 150 Jahre Geschichte zurückblicken. Am 22. Juli 1856 fiel auf der Verwaltungsratssitzung der „Arenberg´schen Actiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb“ der Beschluss zum Abteufen des ersten Schachtes auf Prosper I, und 1863 wird die Förderung aufgenommen. Ende 1928 wurde die Förderung auf Prosper I eingestellt, die Seilfahrt wurde aber 1938 wiederaufgenommen. Im August 1959 wurden die Tagesanlagen von Prosper I stillgelegt.

„Nomen est omen“: Ruderboot Prosper I

Das Historische Bootshaus – ein ehemaliger Lokschuppen der Zeche Prosper I – wurde von den Mitgliedern der Rudergemeinschaft Bottrop e.V. liebevoll und aufwändig restauriert und dient nun als Vereinsheim, Trainingsstätte und Bootshalle. Der Verein konnte 2004 auf sein 50jähriges Vereinsbestehen zurückblicken.

Bootshalle

Neben dem „natürlichen“ Trainingsgewässer, dem 1916 zunächst mit sieben Schleusen vollendeten Rhein-Herne-Kanal, verfügt die Rudergemeinschaft Bottrop e.V. auch über ein in einem Anbau untergebrachtes Ruderbecken, das einem Ruderboot nachempfunden ist, und in dem man die Skulls durch seitliche Wasserbecken bewegt.

Trainingsbecken

Im vom Kulturamt der Stadt Bottrop organisierten Rahmenprogramm trat die Bottroper Rock´n´Roll-Band „Breeze“ gegen 19.00 Uhr an, die Besucher auf den Abend einzustimmen, aber bereits nach einigen Songs fiel der Auftritt dem einsetzenden Regen zum Opfer.

Bottroper Rock´n´Roll-Band „Breeze“

So rückte man in der Bootshalle zusammen und gestaltete das Vorprogramm kurzerhand um. Der Abend in Bottrop war aus meiner Sicht der familiärste „FilmSchauPlatz NRW 2010“ im Rahmen des Open-Air Kinofestivals. Das Bottroper Figurentheater „Sonstwo“ (Maja Brüggemeier und Werner Bartelt-Brüggemeier) brachte das Publikum mit Walking Acts zum Lachen, und Andreas Niedrig und Adnan G. Köse (Drehbuch und Regie) berichteten spontan von der Entstehung und den Hintergründen zu „Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“.

Maja Brüggemeier (Theater „Sonstwo“), Andreas Niedrig

Gegen 21 Uhr war es bereits dunkel genug, dass mit der Filmvorführung begonnen werden konnte, und auch der Regen hatte sich zwischenzeitlich wieder gelegt. Wie bei den „FilmSchauPlätzen NRW 2010“ üblich wurde statt Werbung ein kurzer Vorfilm gezeigt, an diesem Tag Vera Lalykos Animationsfilm „Sauna Tango“ über einen Bademeister in einer Dampfsauna, den alle mögen – außer die Putzfrau.

Anna Fantl (Filmstiftung NRW), Adnan G. Köse (Drehbuch und Regie), Andreas Niedrig

Leider hielt sich das Wetter aber nicht, die letzte halbe Stunde harrten die Zuschauer im Dauerregen aus. Mit „Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“ ging das Open-Air-Filmfestival an besonderen, außergewöhnlichen Orten für dieses Jahr zeitgleich mit den Schulferien in NRW zu Ende. Man darf schon jetzt gespannt sein, wohin uns Anna Fantl von der Filmstiftung NRW im nächsten Jahr bei den „FilmSchauPlätzen NRW 2011“ „entführen“ wird. Dass Open-Air-Kino generell ein Thema ist und auf entsprechende Resonanz beim Publikum stößt, kann man der Tatsache entnehmen, dass das Programm beim Open-Air-Kino CINEMA2010 auf der Kokereibühne Zollverein in Essen über den 31. August hinaus bis zum 12. September 2010 verlängert wurde.

FilmSchauPlatz Altes Bootshaus

Waren Sie bei den „FilmSchauPlätze NRW 2010“ dabei, haben eine oder mehrere Filmvorführungen des Open-Air-Filmfestivals erlebt? Wie haben Ihnen die „FilmSchauPlätze NRW 2010“ gefallen?

Sonntag, 29. August 2010

Vom Broadway nach Borbeck

Musical-Filmmusik-Gala in der Dubois-Arena in Essen-Borbeck

Schloss Borbeck

Schloss Borbeck ist ein Wasserschloss im Essener Stadtteil Borbeck, dessen Geschichte eng mit der Essener Stadtgeschichte verbunden ist. Seit dem 14. Jahrhundert war es bevorzugte Residenz der Essener Fürstäbtissinnen und erhielt sein heutiges, äußeres Aussehen 1744 und 1764, als Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1726-76) den Renaissancebau um barocke Elemente erweitern ließ. Seit 1985 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Wappen der Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1726-1776) über dem Eingang zum Schloss Borbeck

Die Dubois-Arena im östlichen Teil des Schlossparks ist ursprünglich als Boxkampfstätte errichtet worden. Sie ist nach dem Gründer und ersten Präsidenten des Bundes Deutscher Berufsboxer, Ernst Dubois (* 23. Januar 1900, † 16. Februar 1957) benannt worden. Zum 30jährigen Bestehen des von Ernst Dubois 1920 gegründeten „Essener Boxclub Dubois“ konnte die von Vereinsmitgliedern in freiwilliger Arbeit errichtete Arena am 1. August 1950 durch Essens Oberbürgermeister Hans Toussaint (* 2. Februar 1902 in Essen; † 12. Juni 1977 in Essen) vor etwa 20.000 Besuchern eingeweiht werden. Mit dem Tod von Ernst Dubois geriet auch die Box-Arena in Vergessenheit. Nach Umbau in den 1980er Jahren wird sie heute für Open-Air-Konzerte und ähnliche Veranstaltungen genutzt.

Anlässlich des 60. Geburtstags der Dubois-Arena fand dort am 28. August 2010 eine Musical-Filmmusik-Gala statt, bei der im ersten Teil Miriam Sharoni und Patrick Schenk mit dem „Sixtinus-Musical-Orchester“ unter der Leitung von Martin Asmacher eine Auswahl bekannter Musicalsongs präsentiert haben.

Miriam Sharoni

Die beiden Künstler sind häufig in Wien anzutreffen: Die israelische Sopranistin Miriam Sharoni gastierte 2001, 2003 und 2004 als Maria in Leonard Bernsteins „West Side Story“ an der Wiener Volksoper, und spielte dort in der Spielzeit 2009/10 die Hauptrolle der Prinzessin Laya in Paul Abrahams Operette „Die Blume von Hawaii“, die in der kommenden Spielzeit wiederaufgenommen wird. Patrick Schenk gehört augenblicklich zum Ensemble von „Ich war noch niemals in New York“ und spielt als Zweitbesetzung die Rolle des Costa Antonides am Wiener Raimund Theater. Dort war er bereits im Musical „Romeo & Julia“ zu sehen.

Patrick Schenk

Die Gala begann mit „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, und passend zur dramatischen Musik gab es auch dramatische Wetterereignisse, soll heißen, unmittelbar zu Beginn der Veranstaltung wurden die Besucher kräftig „geduscht“. (Womöglich musste dies so sein, fand doch die Eröffnung der Dubois-Arena vor 60 Jahren ebenfalls bei strömendem Regen statt.) Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass für eine unfreiwillige Abkühlung gesorgt wurde. Trotz der widrigen Begleitumstände mögen es wohl einige hundert Besucher gewesen sein, die sich an diesem Abend in der Dubois-Arena eingefunden haben.

Setlist des Musical-Teils der Geburtstagsgala:
  • Instrumental: „Also sprach Zarathustra“ (Richard Strauss, Pop-Version)
  • Patrick Schenk: „Der letzte Tanz“ aus „Elisabeth“
  • Miriam Sharoni & Patrick Schenk: „Wenn ich tanzen will“ aus „Elisabeth“
  • Patrick Schenk: „Dies ist die Stunde“ aus „Jekyll & Hyde“
  • Patrick Schenk: „Jump“ (van Halen)
  • Miriam Sharoni: „Sei gut zu Mama“ und „All that Jazz“ aus „Chicago“
  • Björn Pannenbäcker (SJB Essen): „Sway“ (Pablo Beltrán Ruiz)
  • Björn Pannenbäcker: „Feeling good“ (Leslie Bricusse)
  • Instrumental: „Peter Gunn“ (Henry Mancini)
  • Miriam Sharoni: „Ich hätt´ getanzt heut´ Nacht“ aus „My fair lady“
  • Patrick Schenk: „Wie kann ich sie lieben“ aus Disney´s „Die Schöne und das Biest“
  • Miriam Sharoni: „Don´t rain on my Parade“ aus „Funny Girl“
  • Patrick Schenk: „The final Countdown“ (Europe)
  • Miriam Sharoni & Patrick Schenk: „Mehr will ich nicht von Dir“, „Denk an mich“ und „Engel der Muse“ aus „Das Phantom der Oper“
  • Miriam Sharoni & Patrick Schenk: „Music“ (John Miles)


Miriam Sharoni

Patrick Schenk

„Sixtinus-Musical-Orchester“ – Musikalische Leitung/Trompete: Martin Asmacher; Trompete: Dirk Wittfeld, Saxophon: Jonas Rösner, Martin Bringenberg, Posaune: Peter Schwatlo, Horn: Bert Bürgers, Günter Eggert, Schlagzeug: Patrick Fromm, Percussion: Björn Pannenbäcker, Gitarre: Ahmet Mert, Keyboard: Raphael D. Thöne. Vocals: Björn Pannenbäcker, Patrick Schenk, Miriam Sharoni.

Dubois-Arena

Im zweiten Teil wurden bekannte Film- und Musicalmelodien vom eigens für die Veranstaltung aus dem Schönebecker Jugend-Blasorchester Essen und der Reinholds Brass Band Essen zusammengestellten „Broadway Orchester“ unter der Leitung von Raphael D. Thöne zu Gehör gebracht. In diesem Teil wirkten auch Sänger der Sängervereinigung Borbeck 1890/94 e.V., des MGV Frohsinn 1875/1905 Moers und des MGV Teutonia 1889 Schwafheim mit. Da die Herrschaften aber vor dem Musikpavillon im Freien Aufstellung genommen hatten und ohne Mikrofone sangen, war es um die Textverständlichkeit nicht sonderlich gut bestellt, was sich womöglich für die vorne sitzenden Zuhörer anders angehört haben mag.

Setlist des zweiten Teils der Geburtstagsgala:
  • „Fox-Fanfare“ (Alfred Newman)
  • Disney at the Movies
  • „Hello Dolly“ (Jerry Herman)
  • „Conquest of Paradise“ (Vangelis)
  • „Lord of the Rings“ (Howard Shore)
  • „Mary Poppins“ Selections (Richard M. Sherman und Robert B. Sherman)
  • „Elisabeth“ Musical-Medley (Sylvester Levay)
  • „West Side Story“ – A Symphonic Portrait (Leonard Bernstein)
  • „The Rock“ (Nick Glennie-Smith, Harry Gregson-Williams und Hans Zimmer)
  • „Baby Elephant Walk“ (Henry Mancini)
  • „The Muppet Show Theme“ (Sam Pottle und Jim Henson)
  • „Fluch der Karibik“ (Klaus Badelt)

Da der vorletzte Titel nicht namentlich angekündigt wurde, dürften die älteren Herrschaften diesen vermutlich eher als Peter Kreuders Schlager „Musik, Musik, Musik (Ich brauche keine Millionen)“ identifiziert haben, der in dem Musikalischen Lustspiel „Hallo, Janine“ aus dem Jahre 1939 Verwendung fand. Diesbezügliche Plagiatsvorwürfe wurden gerichtlich nie geklärt.

Das gesamte Programm erstreckte sich mit Pause über mehr als 3 Stunden, und nach Regenfällen während des ersten Teils und bei Temperaturen unter 14°C war von den Zuhörern (und Musikern) schon eine ganze Portion Durchhaltevermögen gefordert. Eine würdige Geburtstagsfeier für die Dubois-Arena war es auf alle Fälle, auch wenn die ursprünglich für Sonntagnachmittag angekündigte weitere Veranstaltung wegen der Wetterverhältnisse abgesagt wurde.

Schloss Borbeck

Freitag, 27. August 2010

Ankündigung: FilmSchauPlätze NRW 2010 in Bottrop

„Lauf um Dein Leben“ am Alten Bootshaus der Rudergemeinschaft Bottrop e.V.

Im Rahmen der „FilmSchauPlätze NRW 2010“ wird am Sonntag, 29. August 2010 am Alten Bootshaus der Rudergemeinschaft Bottrop e.V. der deutsche Spielfilm „Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“ mit Max Riemelt, Jasmin Schwiers, Uwe Ochsenknecht, Axel Stein, Udo Schenk und Leslie Malton gezeigt. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Triathleten Andreas Niedrig, der beim Ironman Hawaii am 18. Oktober 1997 als Neuling mit einer Zeit von 9:01:51 Stunden den 17. Platz belegte. Die Deutschland-Premiere fand am 21. April 2008 in der Lichtburg in Dinslaken statt, obwohl das Kino nur 500 Plätze hat; bundesweit lief der Film am 24. April 2008 an.

Altes Bootshaus am Rhein-Herne-Kanal

Das Historische Bootshaus – ein ehemaliger Lokschuppen der Zeche Prosper I – wurde von den Mitgliedern der Rudergemeinschaft Bottrop e.V. liebevoll restauriert und dient nun als Vereinsheim, Trainingsstätte und Bootshalle. Der Verein konnte 2004 auf sein 50jähriges Vereinsbestehen zurückblicken.

Bootshalle

Um 15.00 Uhr beginnt auf dem Gelände der Rudergemeinschaft Bottrop e.V. das Sommerfest. Im Rahmenprogramm der „FilmSchauPlätze NRW 2010“ wird ab 19.00 Uhr das Bottroper Figurentheater Sonstwo (Maja Brüggemeier und Werner Bartelt-Brüggemeier) zu sehen sein, und eine Band wird für die musikalische Einstimmung sorgen. Mit „Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“ geht das Open-Air-Filmfestival für dieses Jahr zu Ende. Meine Empfehlung: Warm anziehen und Regenjacken nicht vergessen!

Hier geht es zu den Eindrücken vom Abend der Veranstaltung.

Donnerstag, 26. August 2010

FilmSchauPlätze NRW 2010: Recklinghausen

„The Beach“ im „Lemon Beach Club“ am Stadthafen

Im Rahmen der „FilmSchauPlätze NRW 2010“ wurde am 25. August 2010 im „Lemon Beach Club“ der US-amerikanische Spielfilm „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio, Tilda Swinton, Virginie Ledoyen und Guillaume Canet gezeigt. Der Film wurde am 2. Februar 2000 von 20th Century Fox veröffentlicht und beruht auf dem gleichnamigen Roman von Alex Garland.

„Lemon Beach Club“ am Stadthafen Recklinghausen

Den für die „FilmSchauPlätze NRW 2010“ in Recklinghausen ausgesuchten Veranstaltungsort kann man wohl als außergewöhnlich bezeichnen, nicht nur wegen der Atmosphäre am unmittelbaren Ort der Fimvorführung selbst, sondern hier treffen auch die Route der Industriekultur, das RUHR.2010-Projekt EMSCHERKUNST.2010 und der „KulturKanal“ aufeinander. So gehört beispielsweise das denkmalgeschützte Umspannwerk Recklinghausen in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Lemon Beach Club“ zur Route der Industriekultur.

Umspannwerk Recklinghausen

Auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage in Herne hätte man sich am gereinigten, entkernten und sanierten Faulturm im Rahmen der EMSCHERKUNST.2010 Silke Wagners monumentales Wandmosaik „Glückauf.Bergarbeiterproteste im Ruhrgebiet“ anschauen können, wenn man die Kläranlage an diesem Abend ein wenig länger für das Publikum geöffnet hätte. Hat man aber nicht. Aus meiner Sicht eine vertane Chance.

Faulturm der ehemaligen Kläranlage in Herne

An der Zufahrt zum „Lemon Beach Club“ befindet sich rechter Hand hinter den Silos und Gebäuden der Matador GmbH der ebenfalls unter Denkmalschutz stehende historische Lastkran des Stadthafens Recklinghausen, der bei Einbruch der Dämmerung mit einer leuchtenden Kugel akzentuiert ist. Ail Hwang hat den Kran im Rahmen der EMSCHERKUNST.2010 im Projekt „Goldenes Dorf – BASIS“ in einen „Mondkran“ verwandelt. Der Stadthafen gehört ebenfalls zur Route der Industriekultur.

„Mondkran“ von Ail Hwang

Su-Jin Do hat im benachbarten Hochspannungsmast eine Traube aus 100 Grubenhelmen mit leuchtenden Kopflampen installiert, die wie ein Kronleuchter über dem „goldenen Dorf“ schweben.

„Schutzhelme“ von Su-Jin Do

Am gegenüberliegenden Ufer des Rhein-Herne-Kanals, also auf Herner Stadtgebiet, ist Bernd Zamels Bild mit den in Pop-Art Manier dargestellten Gartenzwergen aufgestellt, das zum Projekt „Bilder am Kanal – Ein künstlerisches Leitsystem“ im Rahmen vom „KulturKanal“ gehört.

Bernd Zamel, „Bilder am Kanal – Ein künstlerisches Leitsystem“, 12/15

Der „Lemon Beach Club“ hatte an diesem Tag regulär ab 12 Uhr geöffnet. Das musikalische Vorprogramm des Filmfestivals bestritt ab 19 Uhr die Gruppe „JIL & friends“ aus Recklinghausen mit Latin Pop, und so wurden die Zuschauer in den Liegestühlen passend zum Ambiente auf „The Beach“ eingestimmt.

„JIL & friends“

Als Vorfilm wurde der animierte Kurzfilm „Ente, Tod und Tulpe“ gezeigt, der von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet wurde. Der von TrickStudio Lutterbeck GmbH produzierte Film wurde von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, vom WDR und vom Kuratorium junger deutscher Film gefördert. Der Kurzfilm ist am Sams­tag, 28. August, um 12.​05 Uhr auch im WDR Fernsehen zu sehen.

Da von „The Beach“ keine gute deutsch synchronisierte Kopie mehr zur Verfügung stand, hatte die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen kurzfristig entschieden, den Film im Original mit deutschen Untertiteln zu zeigen. Die fortgeschrittene Jahreszeit bescherte einen früheren Einbruch der Dunkelheit als noch zu Beginn des Monats, so dass die Vorführung von „The Beach“ bereits gegen 21.10 Uhr beginnen konnte. Nicht ganz so daramtisch wie die Filmhandlung entwickelten sich die Wetterverhältnisse, aber noch vor 23 Uhr setzte der angekündigte Regen ein, so dass die letzten 20 Minuten des Films bei leichtem Regenfall über die aufblasbare Leinwand gingen.

Nun sind also nur noch zwei Veranstaltungen im Rahmen der „FilmSchauPlätze NRW 2010“ übrig, die man besuchen kann: „Der Vorleser“ am 27. August in Hamm und „Lauf um Dein Leben“ am 29. August in Bottrop.

Waren Sie bei den „FilmSchauPlätze NRW 2010“ dabei, haben eine oder mehrere Filmvorführungen des Open-Air-Filmfestivals erlebt? Wie haben Ihnen die „FilmSchauPlätze NRW 2010“ gefallen?

Mittwoch, 25. August 2010

FilmSchauPlätze NRW 2010: Heiligenhaus

„Zurück in die Zukunft II“ auf dem Rathausplatz Heiligenhaus

Rathaus Heiligenhaus

Im Rahmen der „FilmSchauPlätze NRW 2010“ wurde am 24. August 2010 auf dem Rathausplatz der US-amerikanische Spielfilm „Zurück in die Zukunft II“ mit Michael J. Fox, Christopher Lloyd und Lea Thompson gezeigt. Das Vorprogramm des Stadtmarketing-Arbeitskreises „Kultur und Gesellschaft“ stand – passend zur Filmtrilogie und zur Szene „Enchantment Under The Sea Dance“ – unter dem Motto „Tanzen“. Heiligenhaus war bereits zum fünften Mal „FilmSchauPlatz“ der Filmstiftung NRW.

Rathaus Heiligenhaus

Heiligenhaus gehört als kreisangehörige Stadt mit knapp 27.000 Einwohnern zum Kreis Mettmann und liegt im Städtedreieck Düsseldorf-Essen-Wuppertal. Heiligenhaus gehört nicht zum Regionalverband Ruhr, aber aufgrund der besonderen historischen Bande, die Heiligenhaus-Abtsküche mit Essen-Werden verbindet, ist Heilgenhaus vom 12. bis 18. Dezember 2010 RUHR.2010 „Gast-Local Hero“.

1923 wurde die 1885/86 erbaute evangelische Schule zum Rathaus um- und ausgebaut. Nach der umfassenden Sanierung im Jahr 2006 sieht die Fassade wieder wie in den 1920er Jahren aus. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem alten Rathaus/Gerichtsgebäude von Hill Valley in den Universal Studios Hollywood und dessen für die Filmhandlung wichtiger Uhr ist unverkennbar.

Rathaus Heiligenhaus

„Zurück in die Zukunft II“ hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen, er wurde bereits am 22. November 1989 von Universal Pictures veröffentlicht. Das Filmhaus Bielefeld e.V. war auch in Heiligenhaus mit der sog. MondscheinKino-Technik als kompetenter Partner der Filmstiftung NRW vertreten.

Projektionstechnik

Waren Sie bei den „FilmSchauPlätze NRW 2010“ dabei, haben eine oder mehrere Filmvorführungen des Open-Air-Filmfestivals erlebt? Wie haben Ihnen die „FilmSchauPlätze NRW 2010“ gefallen?

Tag der offenen Tür im STARLIGHT EXPRESS-Theater Bochum

Der jährliche Blick hinter die Kulissen

Am 24. August 2010 fand im STARLIGHT EXPRESS-Theater in Bochum der 23. Tag der offenen Tür statt, bei dem wie jedes Jahr hinter die Kulissen geschaut und bei den Aktionen auch mitgemacht werden konnte. Bei den Skate- und Technik-Shows im Theatersaal erfuhr man das ein oder andere Geheimnis des erfolgreichen Musicals, aber was kann es nach so langer Laufzeit noch an ungelüfteten Geheimnissen geben? Offensichtlich genügend, denn der Tag der offenen Tür war gut besucht, und auch der Wettergott war den Besuchern wohlgesonnen und ließ sie nicht im Regen stehen. Pressemeldungen zufolge sollen 10.000 Besucher die Veranstaltung besucht haben, ich persönlich halte diese Zahl für ein wenig zu hoch gegriffen. Die meisten der Besucher dürften zumindest eine der drei angebotenen Skate- und Technik-Shows besucht haben, und im Parkett des Theatersaals finden 1.590 Zuschauer Platz. Ohne mich damit auf eine Zahl festlegen zu wollen, bleibe ich bei meiner Aussage, dass die Veranstaltung gut besucht war. Das eigentliche Geheimnis des Musicals, das in 22 Jahren (Premiere der deutschsprachige Uraufführung: 12. Juni 1988) bereits über 13 Millionen Besucher gesehen haben, wurde aber auch an diesem Tag nicht erklärt. Das STARLIGHT EXPRESS-Theater in Bochum wurde dafür sogar von GUINNESS WORLD RECORDS™ als erfolgreichstes Musicaltheater der Welt ausgezeichnet.

Die Foto- und Autogrammsessions im Theaterfoyer waren nicht nur bei den Kindern sehr beliebt, den größen Ansturm seiner zumeist weiblichen Fans konnte Kevin Köhler verzeichnen. Einmal von Rusty in den Arm genommen zu werden, das ließen sich auch die Erwachsenen nicht entgehen.

Marcel Brauneis als Bremswagen Caboose

Carla Pullen als 1.-Klasse-Wagen Pearl

Kevin Köhler als Dampflok Rusty

Emma-Katie Adcock als Raucherwagen Ashley

Georgina Hagen als Speisewagen Dinah,
Camilla Hardy als Buffetwagen Buffy


Mit wieviel Mühe und Liebe zum Detail sich die in Kostümen anwesenden Fans ausstaffiert hatten, da staunten teilweise sogar die Darsteller selbst.

Georgina Hagen als Speisewagen Dinah

Carla Pullen als 1.-Klasse-Wagen Pearl

Bei den drei angebotenen Skate- und Technik-Shows im Theatersaal zeigten Stuntskater ihre akrobatischen Sprünge und die funkensprühenden Rollschuhe, und die Bühnenvorführungen erlaubten einen Einblick in die vielen technischen Details der Main Bridge und der Licht- und Tonabteilung.

Theatersaal

Beim Rundgang hinter die Kulissen konnte ein ausgiebiger Blick in die Masken-, Rollschuh- und Kostümabteilung geworfen werden.

Camilla Hardy in der Maskenabteilung

Am späten Nachmittag nach der letzten Skate- und Technik-Show gab es dann auf der Außenbühne musikalische Kostproben zu hören. Den Auftakt machten die „Starlight Express“-Darsteller in Begleitung der „Starlight-Band“ mit Songs aus dem Bereich Rock/Pop. Wenn ich mir die Fotos anschaue, muss es offensichtlich sehr sonnig gewesen sein. Aber ein kräftiger Wind wirbelte den Musikern die Noten gehörig durcheinander, man könnte auch sagen, sie wurden vom Winde verweht, wovon sich die Musiker allerdings nicht beirren ließen.

Ernest Marchain

Georgina Hagen

Chris Southgate

Um für das nur noch bis 26. Septmber 2010 im Kölner Musical Dome aufgeführte Musical „Hairspray“ zu werben, war eigens das Ensemble aus Köln angereist und präsentierte den Song „Niemand stoppt den Beat“. Was für ein Aufwand für einen einzigen Song.

Uwe Ochsenknecht als Edna Turnblad

Maite Kelley als Tracy Turnblad

Zum Abschluss des Tages präsentierten die „Starlight Express“-Darsteller Highlights aus ihrer Show.

Carla Pullen

Kevin Köhler

Camilla Hardy

David Moore

Emma-Katie Adcock

Samantha Foker

Die Einnahmen des Tages (Versteigerung, Fotoaktion, Karten für Skate- und Technikshows usw.) wurden für eine Kinderhilfsorganisation gespendet.

Samstag, 21. August 2010

Strohfest am Mechtenberg

Das längste Strohsofa der Welt … und doch noch kein Weltrekord

Herman Priganns „Himmelstreppe“ auf der Halde Rheinelbe
(40 m Höhe über Niveau) in Gelsenkirchen-Ückendorf


„Zwei Berge – Eine Kulturlandschaft“: Im Städtedreieck Bochum, Essen und Gelsenkirchen liegen der von der Eiszeit geformte Mechtenberg (83 Meter Höhe über NN) in Essen-Kray und die Abraumhalde (100 Meter Höhe über NN) mit der „Himmelstreppe“ von Herman Prigann auf dem stillgelegten Zechengelände Rheinelbe in Gelsenkirchen-Ückendorf. Am Mechtenberg wird bis heute Getreide angebaut. Nur wenige Orte im Ruhrgebiet spannen einen solchen Bogen zwischen ursprünglicher und industriell veränderter Landschaft.

Strohballen am Mechtenberg

Nach der Getreideernte feierte das RUHR.2010 Projekt „Zwei Berge – Eine Kulturlandschaft“ am 21. August 2010 ein Strohfest am Mechtenberg, bei dem das längste Strohsofa der Welt gebaut werden sollte. Dazu braucht man zunächst einmal die entsprechende Idee, einen ganzen Berg Strohballen, viele fleißige Hände … und natürlich sommerliches Wetter.

Gemeinsam geht es leichter

Augenscheinlich fügte sich an diesem Tag alles, so dass sogar noch für Nachschub an Strohballen gesorgt werden musste. Nachdem auch die letzte Wagenladung Strohballen verbaut war, hatte das Strohsofa schließlich eine Länge von 172 Meter erreicht.

Für Nachschub ist gesorgt

Genügend Platz also für die zum Strohfest erschienenen Gäste. Um das Ganze aber sofort von GUINNESS WORLD RECORDS™ als Rekord anerkennen zu lassen, hätte sich ein „Guinness“-Preisrichter persönlich davon überzeugen müssen. Dies war aber nicht der Fall. Grundsätzlich muss kein „Guinness“-Beobachter bei dem Rekordversuch anwesend sein, für die Anerkennung reichen entsprechende Beweise und Zeugenbestätigungen. Aber in dem Fall dauert es entsprechend länger, und wer kann sich nach Wochen schon noch an das Ereignis erinnern. Wer einmal einen Weltrekordversuch mit anwesendem „Guinness“-Preisrichter erlebt hat, dürfte sicherlich auch das dementsprechende höhere Medieninteresse bemerkt haben.

Das längste Strohsofa

Ungeachtet dessen hatten aber wohl alle Beteiligten ihren Spass, und der ein oder andere hinterher bestimmt einen Muskelkater und/oder Sonnenbrand.

Strohballen auf der Ziellinie

Wer noch genügend Ausdauer hatte, konnte beim Strohballenrennen in Fünferteams seine Kräfte messen.

Strohballenrennen