Samstag, 19. Juni 2010

Starke Orte: Der Solarbunker in Gelsenkirchen

Ein ehemaliger Kohle- und Erzbunker wird zum Träger von Kunst

Ich muss gestehen, auch ohne Kunst ist der ehemalige Kohle- und Erzbunker des ehemaligen Stahlwerks „Schalker Verein“ in Gelsenkirchen Bulmke-Hüllen an der Hohenzollernstraße/
Ückendorfer Straße, Ecke Wildenbruchstraße (51°30’32,33” N, 7°7’0,11” E) ein beieindruckender Ort. Mit seinen stattlichen Ausmassen von 240 m Länge, 30 m Breite und 12 m Höhe legt er ein nicht zu übersehendes Zeichen für die ehemalige Industriegeschichte des Ruhrgebiets ab. Er kann wohl aufgrund seiner Betonmassen nicht einfach zurückgebaut werden und ist somit erhalten geblieben.

Solarbunker in Gelsenkirchen

Im April 2008 ging auf dem etwa 5.800 m² großen Dach des Bunkers eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage mit 1.621 Solarmodulen in Betrieb, die einen jährlichen Energieertrag von ca. 320.000 kWh in das Mittelspannungsnetz einspeist. Dies entspricht einer jährlichen CO2 Einsparung von 190 Tonnen. Der so genannte Solarbunker gehört zur Themenroute 18 – Chemie, Glas und Energie der Route der Industriekultur.

Solarbunker in Gelsenkirchen

Vom 19. Juni bis 28. November 2010 wird der Solarbunker im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 zum temporären Ausstellungsort umfunktioniert und in das Projekt „Starke Ort – Kunst im Revier“ eingebunden, bei dem 16 Künstlerbünde Kunst an bisher unentdeckten Orten des Ruhrgebiets präsentieren. Auf beiden Seiten des Bunkers werden 37 Arbeiten von 27 Künstlern in einer Größe von 3 × 3 m² unter der Projektleitung des Bundes Gelsenkirchener Künstler präsentiert.

Barbara Ring, Bund Gelsenkirchener Künstler

Gerd Schneider, Bund Gelsenkirchener Künstler

Heike Klinger, Bund Gelsenkirchener Künstler

Christian Psyk, Bundesverband Bildender Künstler Ruhrgebiet

Angelika Merker, BochumerKünstlerBund

Mariele Schulte, Bund Gelsenkirchener Künstler

Hans Joachim Kasselmann, Ruhrländischer Künstlerbund

Das Gebäude im Eingangsbereich des ehemaligen Stahlwerks „Schalker Verein“ – die in die Denkmalliste eingetragene ehemalige Elektroschaltzentrale aus dem Jahr 1928 – ist ebenfalls noch erhalten und soll im Zuge der Erschließung des seit 1982 brachliegenden Geländes als Gewerbeimmobilie beispielsweise für Eventgastronomie, Büro- und Dienstleistung oder kulturwirtschaftliche Zwecke genutzt werden.

Ehemaligen Elektroschaltzentrale im Eingangsbereich
des „Schalker Vereins“


Der Solarbunker ist allemal eine Entdeckung wert, und das Projekt „Starke Orte“ wird sicherlich zur Steigerung des Bekanntheitsgrades beitragen. Wer sich nun zu einem Besuch des Solarbunkers und des Kunstprojektes inspiriert fühlt, möge unbedingt zuvor den Folgeeintrag zu diesem Projekt lesen.

Keine Kommentare: