Samstag, 12. Juni 2010

B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße

Die Projekte der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 werden im Laufe des Jahres immer kurioser, damit aber auch interessanter. Bei „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ handelt es sich um ein Ausstellungsprojekt im Stadtraum der A40 von Duisburg bis Dortmund, das vom 12. Juni 2010 bis 8. August 2010 zu sehen ist. Es handelt sich um insgesamt 6 „Ausstellungen in der Ausstellung“ mit jeweils einem eigenen Thema.

Autobahn A40 vor der Essener Skyline

Die Bundesautobahn 40 von Duisburg bis Dortmund-West und die Bundesstraße 1 im Stadtgebiet Dortmund bilden zusammen den so genannten „Ruhrschnellweg“, eine Schnellstraße mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 140.000 Kraftfahrzeugen/Tag. Aufgrund dieser extrem hohen Verkehrsbelastung und wegen der Dichte der Anschlussstellen kommt es regelmäßig in Spitzenzeiten zu Verkehrsstaus, weshalb die Strecke spötisch auch als „Ruhrschleichweg“ bezeichnet wird.


Landschaftspark Kreuz Kaiserberg

Die Ausstellung im Autobahnkreuz Kaiserberg in Duisburg steht unter dem Thema „Neue Landschaften – Neue Strategien“.

Autobahnkreuz Kaiserberg

Am Autobahnkreuz Kaiserberg kreuzen sich die Bundesautobahnen A3 und A40. Es wird täglich von etwa 200.000 Fahrzeugen befahren und zählt damit zu den meistbefahrenen in NRW. Zusätzlich kreuzen die Bahnstrecken Duisburg-Oberhausen und Duisburg-Mülheim (Ruhr) das auch als „Spaghettiknoten“ bezeichnete Autobahnkreuz. Für B1|A40 entsteht hier der Landschaftspark Kreuz Kaiserberg, und zwei Wanderwege unterschiedlicher Länge (Laufzeit ca. 45 bzw. 90 Minuten) laden zum Ausflug ins Grüne ein. Die Wege sind gut gekennzeichnet und mit erläuternden Tafeln versehen.

Kurator Markus Ambach markiert persönlich die Wanderwege

Den längeren der beiden Wanderwege kann man am Parkplatz Zoo/Aquarium, Carl-Benz-Straße 11-15 beginnen. Von dort geht man Richtung Süden bis zur Mülheimer Straße, auf der man die Autobahn A3 überquert. Die Brücke des Duisburger Zoos über die A3, auf der das aus Hecken geschnittene Signet über der Straße auf den Zoo hinweist, liegt in nördlicher Richtung.

„Zoo über der Autobahn“

In Deutschland ist Werbung außerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn dadurch Verkehrsteilnehmer in einer den Verkehr gefährdenden oder erschwerenden Weise abgelenkt oder belästigt werden können. Der Duisburger Zoo schlägt diesem Werbeverbot mit ruhrtypischem Erfindergeist ein Schnippchen.

„Zoo über der Autobahn“

Am Haupteingang erlaubt der Duisburger Zoo gratis einen Einblick in das Giraffengehege, auch eine Art von „Public Viewing“.

„Public Viewing“

Von hier führt der Weg weiter auf den Kaiserberg im Duisburger Stadtteil Duissern, von dessen nördlicher Spitze, die den Namen Schnabelhuck trägt, die Industriebetriebe im Duisburger Norden zu sehen sind.

Aussicht vom Kaiserberg

Am Ende der Gottfried-Kinkel-Straße (51°26’38,43” N, 6°48’7,29” E) befindet sich das Pumpwerk. Florian Haas und Andreas Wolf von der Frankfurter Gruppe finger haben im Frühjahr 2010 auf dem Dach des Pumpwerks im Rahmen ihres Stadtimkereiprojektes einen Bienenstand eingerichtet. Von hier finden die Bienen in einem für Ballungsgebiete üblichen Flugkreis von zwei bis drei Kilometern ein vielfältiges Nahrungsangebot vor.

„Honig von der Pumpstation“ von finger

Ein symbolischer, überdimensionaler Bienenkorb verweist sichtbar auf das Projekt. Der hier gewonnene Honig wird in Kooperation mit dem Duisburger Imker Sven Schwanbeck in einem ebenfalls von finger entworfenen Kiosk im Mülheimer RheinRuhrZentrum zum Kauf angeboten.

„Honig von der Pumpstation“ von finger

Unbekannte Künstler haben diverse Fußgängerunterführungen zwischen A3, A40 und den Bahnstrecken für sich entdeckt, und so entsteht in der „Kaiserberger Hölle“ ein halblegales Museum der Straßenkunst.

Streetart-Museum in der „Kaiserberger Hölle“

Am Rand des Ruhrschnellwegs Fahrichtung Duisburg zwischen diesem und der von der A3 auf die A40 Fahrtrichtung Duisburg führenden Fahrbahn (etwa 51°26’38,01” N, 6°48’16,11” E) inszenierte Rita McBride (* 1960 in Des Moines, Iowa) den Steinbogen des „Delicate Arch“ als Naturdenkmal in einer Industrielandschaft. Wer das nächste Mal auf der A40 Richtung Westen fährt, sollte einmal darauf achten, denn bei der an dieser Stelle erlaubten Geschwindigkeit von 100 km/h ist die 10 m hohe Skulptur schneller aus dem Blickwinkel verschwunden als man überhaupt schauen kann.

„Delicate Arch“ von Rita McBride

Unabhängig von der gewünschten Wirkung erinnert mich die Inszenierung an meinen Besuch im Arches National Park unweit von Moab im Bundesstaat Utah, USA. Wer am Fuße des Delicate Arch einmal einen Sonnenuntergang erlebt hat, wird mir zustimmen, dass dies ein unbeschreiblicher und unvergesslicher Moment ist.

Delicate Arch im Arches National Park, Utah

Unmittelbar hinter der Zufahrt der A3 auf den Ruhrschnellweg weiden Pferde, Ponys und Ziegen auf der Koppel.

„Pferdestärken an der Autobahn“

Die Niederländerin Jeanne van Heeswijk (* 1965 in Schijndel) hat sich mit den Strategien auseinandergesetzt, mit denen sich die unterschiedlichsten Gruppen im Dorf Werthacker etabliert und miteinander arrangiert haben. In einem als Probenraum genutzten ehemaligen Luftschutzbunker hat sie im Obergeschoß eine Art „Leuchtturm“ installiert, der weithin auf diese Strategien aufmerksam machen soll.

„Death Metal“

„Leuchtturm“ von Jeanne van Heeswijk

Hinter der Schallschutzmauer findet man ein Dorfidyll vor, welches man in dieser Form im Ruhrgebiet nicht erwartet hätte.

Dorfplatz in Werthacker

Motorradbegeisterung in Werthacker

Der Gemeinschaftskeller unter dem Kirchturm droht dem Abriss der Kirche zum Opfer zu fallen. Die Siedler möchten die Ausschankmöglichkeit als verbindenden Ort erhalten und die Kirche erwerben. Jeanne van Heeswijk mobilisiert mit sozialem Engagement unter Einbeziehung der Siedler den „Widerstand des kleines Glücks“.

„Widerstand des kleines Glücks“ von Jeanne van Heeswijk

Unter der Adresse Schwiesenkamp 80 findet man bei „Delikatfisch Braun“ mitten im Autobahnkreuz nicht nur die beste Räucherforellen der Welt, sondern auch eine wunderschön architektonisch angelegte Gartenanlage.

„Delikatfisch Braun“

Die Eisenbahnbrücken am Ruhrdeich gehören als „Brückenlandschaft Ruhraue“ zur Route der Industriekultur.

„Brückenlandschaft an der Ruhr“

„Poesie“ an der Dörnerhofstraße


Entlang der Autobahn

Aufgrund eines Verkehrsstaus auf der A40 Richtung Osten habe ich mich entschlossen, auf innerstädtische Straßen auszuweichen, und so habe ich dann auch die „Multiples“-Installation von Konzeptkünstler Ottmar Hörl (* 1950 in Nauheim) auf dem Platz vor dem Aquarius Wassermuseum in Mülheim an der Ruhr entdeckt.

Aquarius Wassermuseum

300 Seelöwen bevölkern vom 10. bis 23. Juni 2010 den Museumsvorplatz und machen auf den neuen Ausstellungsbereich Virtuelles Wasser aufmerksam.

Ottmar Hörls Seelöwen auf dem Museumsvorlatz


RheinRuhrZentrum Mülheim

Die Ausstellung im RheinRuhrZentrum in Mülheim an der Ruhr steht unter dem Thema „Globalokal – Neue Ökonomien“. Als eines der bekanntesten und traditionsreichsten Einkaufszentren des Ruhrgebiets mit etwa 70.000 m² Verkaufsfläche und rund 200 Shops sowie einem attraktiven Entertainment- und Gastronomiebereich, das am 1. März 1973 auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Humboldt an der Stadtgrenze Essen/Mülheim an der Ruhr eröffnet wurde, ist das RheinRuhrZentrum der Shopping- und Erlebnistreffpunkt der Region für die rund 1,97 Millionen Menschen im Einzugsgebiet. Etwa 12 bis 13 Millionen Besucher im Jahr sind der Beweis für den Erfolg dieses gemischten Shopping- und Erlebniskonzepts. Das Zentrum verfügt über einen eigenen Autobahnanschluss an der A40. Das RheinRuhrZentrum ist aber beileibe nicht das erste Einkaufszentrum Deutschlands „auf der grünen Wiese“, denn schon am 14. November 1964 eröffnete in Bochum-Harpen der Ruhr-Park als zweites Einkaufszentrum in Deutschland. Lediglich das Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach wurde noch früher, nämlich am 2. Mai 1964 eröffnet.

„Magistrale RRZ – Hegemon Fragil“ von Christian Odzuck

Im Projekt „Paketdienst Esso 36“ von Andreas Wegner (* 1958 in Bremervörde) wird ein Paketservice mit Pferdezugwagen angeboten, bei dem sich die Anwohner der näheren Umgebung ihre Einkäufe aus dem RheinRuhrZentrum ausliefern lassen können. Die Auslieferungszeiten sind am 12. Juni, 16. bis 19. Juni, 23. bis 26. Juni, 29. Juni bis 2. Juli, 6. bis 10. Juli, 14. bis 17. Juli, 21. bis 24. Juli, 28. bis 31. Juli und 3. bis 6. August 2010, jeweils von 10 bis 16 Uhr.

„Paketdienst Esso 36“ von Andreas Wegner

Gleichzeitig ist der Planwagen die Außenhandelsstelle von Andreas Wegners Projekt „Le Grand Magasin“, das sich mit dem Vertrieb genossenschaftlich produzierter Waren beschäftigt.

„Le Grand Magasin“ von Andreas Wegner

Eine Plastik von Thomas Rentmeister (* 1964 in Reken/Westfalen) erinnert mich an Windkanalstudien von Automobilherstellern, in denen durch möglichst einfache Formen der bestmögliche Luftwiderstandsbeiwert gefunden werden soll. Sicher will der Bildhauer sein Werk völlig anders verstanden wissen, aber an der Glasvitrine gibt es hierauf keinerlei Hinweis.

„Ohne Titel“ von Thomas Rentmeister

Florian Haas und Andreas Wolf haben aus Bienenstöcken die „beebox-Pumpstation“ gebaut, die Auskunft über die Zusammensetzung des auf dem Dach des Pumpwerks im Autobahnkreuz Kaiserberg gesammelten Honigs gibt.

Andreas Wolf und Florian Haas von der Produktionsgemeinschaft finger

Weiterhin können an der auch als Verkaufsstand dienenden „beebox-Pumpstation“
  • der auf dem Dach des Pumpwerks im Autobahnkreuz Kaiserbeg gewonnene Honig,
  • eine Mischung von Honigen lokaler Imker aus dem Flugkreis um das Autobahnkreuz Kaiserberg sowie
  • eine Mischung von im RheinRuhrZentrum erworbenen Honigen aus aller Welt
in 250 Gramm-Gläsern käuflich erworben werden.

„Honig von der Pumpstation“


Zentrum Essen

Die Ausstellung im Zentrum von Essen steht unter dem Thema „Neue Geschichte“. Manchmal erscheint das Ruhrgebiet als eine Landschaft ohne sichtbare Zeichen der politischen Geschichte, eine Landschaft ohne Gedächtnis. Der Konzeptkünstler Christoph Schäfer (* 1964 in Essen) inszeniert am Wasserturm an der Steeler Straße mit Flaggen die lokale Arbeitergeschichte.

„Auslaufendes Rot – Anti-Monument für die Rote Ruhr Armee“ von Christoph Schäfer

Zusätzlich taucht er bei Dunkelheit den Wasserturm in rotes Licht, um an die Ereignisse am 19. März 1920 zu erinnern: Polizisten und Mitglieder der so genannten Einwohnerwehr verteidigten den Wasserturm gegen Einheiten der Roten Ruhr Armee. Am Mittag kapitulierten Sicherheitspolizei und Einwohnerwehr, nur die 46 Mann starke Besatzung des Wasserturms wollte zunächst nicht aufgeben. Am Nachmittag waren 19 Verteidiger tot.

„Auslaufendes Rot – Anti-Monument für die Rote Ruhr Armee“ von Christoph Schäfer


Dückerweg/Vietingstraße Bochum

Die Ausstellung in Bochum steht unter dem Thema „Roadmovie Ruhr - Die große Erzählung“. Der Dückerweg ist eine neue Form von urbanem Treffpunkt, der mit seinen weitläufigen Parkplätzen, McDonald´s, Burger King und dem Megastore von D&W, Europas größtem Tuning Zubehör Händler, einer der wenigen Orte an der A40 ist, der von der Autobahn aus sichtbar und direkt zugänglich ist. Das jährliche Tunermeeting von D&W ist mit rund 50.000 Besuchern eines der größten weltweit. Insbesondere im Sommer werden die Parkplätze zu einem Catwalk für die Tuning Gemeinschaft und sonstige Auto Fan Clubs.

North American F-86 am Dückerweg

Auf der Wiese am Dückerweg hat das Atelier van Lieshout das „Motel Bochum“ eröffnet. Hier gibt es Übernachtungsmöglichkeiten und eine Bühne, die regelmäßig freitags vom 18. Juni bis 6. August 2010 ab 20.00 Uhr ein Programm anbietet.

„Motel Bochum“ vom Atelier van Lieshout

Das Atelier van Lieshout ist für seine provokanten Sets bekannt, daher hat das „Motel Bochum“ auch „sonstige Entspannungsmöglichkeiten“ zu bieten.

„Motel Bochum“ vom Atelier van Lieshout

Am 6. Juni 1933 eröffnete Richard Hollingshead jr. das weltweit erste Autokino vor den Toren seiner Heimatstadt Camden, New Jersey. Mit wachsender Mobilität erreichten Autokinos in den USA in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren den Höhepunkt ihrer Popularität, in dieser Zeit gab es rund 4.000 Autokinos. In Europa setzte sich das Autokino jedoch nicht in dem Maße wie in den USA durch. 1960 öffnete das Autokino Gravenbruch nahe Frankfurt/Main als erstes Autokino in Deutschland seine Pforten. Zum 50. Geburtstag verwandelt sich der Parkplatz am Dückerweg freitags ebenfalls vom 18. Juni bis 6. August 2010 ab 23.00 Uhr temporär in ein Autokino.

„Autokino Dückerweg“

Im Verkaufsraum von „Seats & Sofas“ findet man hinter den angebotenen Sitzmöbeln eine Unterwasserlandschaft, „das größte Panorama des Ruhrgebiets“.

„Das größte Panorama des Ruhrgebiets“

Peter Piller (* 1968 in Fritzlar) führt mit einem etwa 10-minütigen Fußweg entlang seiner Bilderstrecke auf herkömmlichen Werbeflächen vom Dückerweg zur Vietingstraße, vom urbanen Treffpunkt ins Kleingartenidyll. Der Weg unterquert entlang der Westenfelder Straße die Autobahn.

„Seitenwechsel“ von Peter Piller am Dückerweg

Peter Piller möchte eine Spiegelung schaffen, also die jeweils andere Seite auf der gegenüberliegenden Seite sichtbar machen.

„Seitenwechsel“ von Peter Piller an der Vietingstraße

Michael Zinganel (* 1960 in Bad Radkersburg, Österreich) und Michael Hieslmair (* 1974 in Linz, Österreich) möchten mit ihren Installationen die Raststätte als Schnittpunkt internationaler Ökonomien und kultureller Praktiken zeigen.

„Driveway Transit Exit“ von M. Zinganel & M. Hieslmair

Ihre zweite Installation findet man in den Schrebergärten hinter der Schallschutzwand im Garten von Robert, dem „Holländer“.

„Driveway Transit Exit“ von M. Zinganel & M. Hieslmair

Martin Pfeifle (* 1975 in Stuttgart) hat auf dem LKW-Parkplatz der Shell-Tankstelle Eggers überdimensionale Würfel drapiert, die verlorene Ladung symbolisieren sollen.

„Box 112%“ von Martin Pfeifle

Auf dem Gelände am Dückerweg fand am Samstag, 12. Juni 2010 auch die Eröffnung der Ausstellung „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ statt. Jochen Reich demonstrierte auf dem Parkplatz, was man auf dem „Ruhrschnellweg“ tunlichst unterlassen sollte. Aber dort sind mir bisher auch noch keine Engel auf der Fahrbahn begegnet.

Drift-Challenge mit Jochen Reich und den „Engeln“ von D&W


Westfalendamm Dortmund

In Dortmund wird auf dem Alleestreifen in der Mitte des Westfalendamms zwischen den U-Bahn-Stationen Voßkuhle und Kohlgartenstraße analog zum Essener Wasserturm die „Neue Geschichte“ thematisiert.

„Auslaufendes Rot – Anti-Monument für die Rote Ruhr Armee“ von Christoph Schäfer

Die politischen Statements der anderen Art auf den Plakatwänden dürften wohl nur von im Stau stehenden Autofahrern im Detail wahrgenommen werden.

„Auslaufendes Rot – Anti-Monument für die Rote Ruhr Armee“ von Christoph Schäfer


Entlang der Autobahn

Um- und Neugestaltung der A40 sollen parallel zum Ausstellungsprojekt „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ durch den „Regionalen Masterplan A40|B1“ und ein Gestalthandbuch unter der Regie der Stadt Bochum auch über das Jahr 2010 hinaus auf nachhaltige Weise fortgesetzt werden. Die Epiphanias-Kirche an der Autobahn-Anschlussstelle 33 „Bochum-Hamme“ dient als zentraler Informationsort der Ausstellung und der neuen Pläne.

Die Epiphanias-Kirche ist eine der wenigen noch erhaltenen Kirchen im Ruhrgebiet mit Elementen des Bauhausstils. Im Jahr 1929 erbaut, wurde sie am 2. Februar 1930 festlich eingeweiht. Seit 2005 steht sie unter Denkmalschutz. Ab dem 30. Mai 2010 ist sie als „Autobahnkirche RUHR“ täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Die „Autobahnkirche RUHR“ ist ein Projekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010, wird aber über das Jahr 2010 hinaus fortgeführt.

„Autobahnkirche RUHR“

Für eine Schallschutzwand im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus der A40 in Bochum-Wattenscheid hat orange edge ein Farbgestaltungskonzept entwickelt, bei dem Anwohner und Nutzer die Möglichkeit hatten, die A40 als Teil des sie umgebenden öffentlichen Raumes aktiv mitzugestalten. Wie ein Barcode erzählen jeweils 8 Meter lange Wandabschnitte die Geschichten und Gedanken der Nutzer und Anwohner der Straße.

„Barcode A40“ von orange edge

Zum Abschluss meine (einzige) Reminiszenz an die Fußball-Weltmeisterschaft. Nein, diese bunte Wandverkleidung gehört nicht zur Ausstellung „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“. Das Zitat stammt aus dem Radiokommentar von Herbert Zimmermann und ist in Höhe der Essener U-Bahnstation Breslauer Straße zu sehen.

„Das Wunder von Bern“

Kommentare:

bastelfee hat gesagt…

Hallo Detlef,
da ich ziehmlich nah, ca. 100 Meter, an der A40 wohne und sie auch mein Leben irgendwie mitbestimmt, finde ich den Bericht ist klasse, sehr lehrreich und informativ.
Ich werde mich auch noch durch deine anderen Artikel lesen, denn vom Thema her finde ich sie auch sehr interessant.

LG Petra

Anonym hat gesagt…

hey, detlef, habe gerade deine seite gesehen, bin zwar noch nicht zum lesen gekommen, habe mich aber mehr als sehr gefreut ueber das, was ich da sehe, ganz klasse! nach der lektuere schreib ich dir nochmal. dank und beste gruesse,

markus ambach,
kurator b1 a40

Detlef hat gesagt…

Morgen wird das Ausstellungsprojekt „B1|A40 – Die Schönheit der großen Straße“ auch schon wieder beendet sein; gestern fand am Dückerweg die Abschlussveranstaltung statt … weiterlesen