Sonntag, 20. Juni 2010

Kulturhauptstadt-Sommerfest, Kulturpfadfest, Bahnhofsfest …

… es wär doch zu schad´, einen Spaß zu versäumen

An diesem Wochenende wurde in Essen ein vielfältiges Programm geboten: Angefangen vom Kulturpfadfest, einer Sommernacht entlang der 372 blau leuchtenden Steine unter dem diesjährigen Thema „Der Sturm“, über die ExtraSchicht, die von der „Nacht der Industriekultur“ kuzerhand zum „Sommerfest der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010“ mutiert war, bis zum Eröffnungsfest der „Shopping-Mall mit Gleisanschluss“. Doch wie sollte man die verschiedenen Events unter einen Hut bekommen? Haben sich die Organisatoren darüber einmal Gedanken gemacht? Eine terminliche Entflechtung hätte sicher allen Veranstaltungen gut getan.

Pflasterstein zur Markierung des Essener Kulturpfads

Das neunte Kulturpfadfest, welches traditionell am Freitagabend zum Sommeranfang gefeiert wird, trug in diesem Jahr einen stürmischen Titel, und auch wenn sich der Wind in Grenzen hielt, unter einer lauen Sommernacht verstehe ich doch etwas anderes. Die teilnehmenden Kultureinrichtungen präsentierten ein vielfältiges künstlerisches Programm: Musik, Lesungen, Filme, Schauspiel und Performances. Im Stadtgarten präsentierte TheaterTotal – ein europaweit in seiner Art einzigartiges freies Junges-Theater-Tournee-Projekt – unter der Regie von Barbara Wollrath-Kramer seine neueste Produktion „Paradies verschenkt – Auf Leitersprossen ins gelobte Land“.

„Paradies verschenkt – Auf Leitersprossen ins gelobte Land“

Mit 25 Holzleitern bauten die Jugendlichen eine Stadt, angefangen von einer kleiner Siedlung bis zur mordernen Megastadt.

„Paradies verschenkt – Auf Leitersprossen ins gelobte Land“

Am Samstag wurden zum zehnten Geburtstag der ExtraSchicht 50 Spielorte in mehr als 20 Städten im Ruhrgebiet zur Bühne für 200 Events in einer Nacht. Das Festival mit dem Untertitel „Die Nacht der Industriekultur“ setzt traditionell ehemalige Industrieanlagen, aktuelle Produktionsstätten, Zechen und Halden als Spielorte der Industriekultur in Szene und lässt sie so in einem neuen Blickwinkel erscheinen. Die Deutsche Bahn organisierte eigens zur ExtraSchicht ICE-Sternfahrten aus dem ganzen Bundesgebiet zum Essener Hauptbahnhof. Nach Angaben des Veranstalters erkundeten trotz des wecheselhaften Wetters mehr als 200.000 Besucher die 50 Spielorte, was ein neuer Besucherrekord ist.

„Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“: Prof. Dr. Oliver Scheytt, Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH und Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH treffen zur ExtraSchicht in Essen ein

Zehn Schwäne aus Tschaikowskis berühmten Ballett „Schwanensee“ hatten sich zur Begrüßung auf den Essener Hauptbahnhof verirrt. Die Schweizer Choreografin Simone Leona Hueber inszenierte mit Tänzerinnen des KADMOS Performing Ensembles den Ballettklassiker an einem ungewöhnlichen Ort, an dem urbane Geräusche den Takt vorgeben.

„Swan Lake Specific“

„Swan Lake Specific“

Am 16. Januar 2010 wurde nach seit September 2008 erfolgtem Umbau der Essener Hauptbahnhof offiziell eröffnet. Anlässlich der ExtraSchicht wurde die Eröffnung nun mit einem dreitägigen Bahnhofsfest gefeiert. Das Bahnhofsumfeld mutet nach wie vor wie eine Großbaustelle an, und wenn der Bahnhof so die Visitenkarte der Kulturhaupstadt abgeben möchte, dann dürfte er bei Besuchern, die die Dauerbaustelle noch nicht kennen, sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Augenblicklich sehen die Planungen eine komplette Fertigstellung bis zum Spätsommer 2010 vor. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Um die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu promoten, hatte man passend zur Fußball-Weltmeisterschaft den ausgewiesenen Fußballexperten und beliebten Radiomoderator Manni Breukmann mit seiner Roadshow „Manni macht mobil!“ auf den Bahnhofsvorplatz geholt.

Fußballexperte Manni Breukmann

Der Mädchenchor am Essener Dom unter der Leitung von Prof. Raimund Wippermann präsentierte ein Programm aus kirchlichen und weltlichen Liedern und bespielte dabei die komplette Bahnhofshalle.

Mädchenchor am Essener Dom am Hauptbahnhof auf der Treppe zur Empore

Zu guter Letzt noch ein Eindruck vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum, dessen Gebäude und Förderturm zur ExtraSchicht mit einer Lichtinszenierung und der „höchsten Discokugel des Reviers“ aufwarten konnten.

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

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