Samstag, 26. Juni 2010

Innenhafen Duisburg

Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit am Wasser

Das heutige Aussehen und die gesamte Umgestaltung des Duisburger Innenhafens beruhen auf einem 1994 erstellten Masterplan des Londoner Architekten Norman Foster. Viele der erhaltenen markanten Speichergebäude (Küppersmühle, Werhahn-Mühle, Rosiny-Mühle u.a.) erinnern an die Mühlenvergangenheit des Innenhafens, die ihm den Beinamen „Brotkorb des Ruhrgebiets“ einbrachten. Nach dem Niedergang der Getreidemühlen in den 1960er Jahren wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA) eine Umnutzung des gesamten Innenhafens in Angriff genommen.

2002 wurde der Innenhafen Duisburg mit dem von der Stiftung „Lebendige Stadt“ vergebenen Stiftungspreis ausgezeichnet, da das ehemals industriell geprägte Areal beispielgebend zu einem vitalen Stadtquartier mit Wohnen, Dienstleistung, Freizeit und Kultur weiterentwickelt worden ist, und im Jahr 2004 wurde ihm der Renault Traffic Design Award – Sonderpreis Häfen verliehen. Der Innenhafen Duisburg ist im Rahmen der Kulturhaupstadt Europas RUHR.2010 Hafen der Kulturhauptstadt. Er ist Ankerpunkt der Route der Industriekultur; gleichzeitig gehört er zu den Themenrouten „Duisburg – Stadt und Hafen“, „Duisburg – Industriekultur am Rhein“, „Kanäle und Schifffahrt“ und „Brot, Korn und Bier“.

Gerhard Mercator lebte von 1552 bis zu seinem Tod 1594 in Duisburg und schuf hier den Hauptteil seines Lebenswerkes. Zahlreiche Globen erinnern an sein Leben und Werk. Dieser steht im Altstadtpark unweit der „Buckelbrücke“ über das Hafenbecken, die den Altstadtpark mit der Marina und dem Bürokomplex „Five Boats“ verbindet.

Künstlerischer Globus im Innenhafen

Die Schwanentorbrücke – eine von zwei Hubbrücken in Duisburg – überquert den Innenhafen und verbindet damit die Altstadt von Duisburg mit dem Ortsteil Kasslerfeld. Sie wurde 1950 nach den Plänen des Architekten Hans-Siegfried Persch gebaut. Das Kontorhaus ist ein ehemaliger Kornspeicher aus dem Jahr 1913, der von 1993 bis 1995 im Masterplan von Norman Foster umgebaut wurde und inzwischen als Büro- und Dienstleistungsgebäude genutzt wird.

Schwanentorbrücke mit Kontorhaus

Der unter Denkmalschutz stehende 48 m lange Getreidespeicher der Rheinisch Westfälischen Speditionsgesellschaft RWSG aus dem Jahr 1935 wird nach den Plänen von Ortner + Ortner Baukunst für das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen zum größten Archivgebäude Deutschlands umgebaut. Dazu wird das Speichergebäude um einen 76 Meter hohen Archivturm und einen rund 160 Meter langen sechsgeschossigen Neubau in Wellenform ergänzt. Die Bauarbeiten haben vor kurzem erst begonnen, die Fertigstellung ist für Ende 2012 geplant.

Denkmalgeschützter RWSG-Speicher

Im 5-stöckigen Mühlen- und Speicherkomplex der Duisburger Mühlen AG (vormals Rosiny Mühlen AG) aus dem Jahr 1902 ist heute das Kultur- und Stadthistorische Museum untergebracht. Es beherbert u.a. die „Schatzkammer“, in der zahlreiche Karten, Atlanten und sogar zwei Originalgloben des Kartographen Gerhard Mercator ausgestellt sind.

Am Kultur- und Stadthistorischen Museum

Die „unscheinbare“ Fußgängerbrücke über das Hafenbecken ist die erste höhenverstellbare Hängebrücke der Welt. Die Einzelteile sind durch Gelenke beweglich miteinander verbunden, und indem die Pylonen durch Hydraulikzylinder landeinwärts gezogen werden wölbt sich die Brücke bis zu acht Meter gegenüber dem Normalzustand nach oben, um Schiffen die Durchfahrt zu gewähren. Der Buckel hat im angehobenen Zustand eine Höhe von 9,20 Meter.

Fußgängerbrücke vor dem Bürokomplex „Five Boats“

Nach den Plänen des britischen Architekten Sir Nicholas Grimshaw (* 9. Oktober 1939 in Hove am Ärmelkanal, East Sussex) ist der Bürokomplex „Five Boats“ entstanden, dessen ovale Form der fünf einzelnen „Bootskörper“ und die Auffächerung nebeneinander aus fast allen Büros einen Ausblick auf den Innenhafen ermöglicht.

Marina und der Bürokomplex „Five Boats“

Land Art-Künstler Dani Karavan (* 7. Dezember 1930 in Tel Aviv) hat bewusst herausgearbeitete Überreste der ehemaligen Bebauung als Gestaltungsmerkmale für den „Garten der Erinnerung“ – auch Altstadtpark genannt – genutzt.

Überreste der ehemaligen Bebauung im Altstadtpark

Nach den Plänen des Hamburger Architekturbüros BRT (Bothe, Richter und Teherani), das sich von einem Katamaran inspirieren ließ, entstand der Gebäudekomplex „H²-Office“, wobei der H-förmige Grundriss für die Namensgebung verantwortlich ist.

H²-Office

Im westlichen Speichergebäude der 1896 von der jüdischen Familie Cohen errichteten Werhahn-Mühle befindet sich das LEGOLAND® Discovery Centre Ruhrgebiet.

Am LEGOLAND® Discovery Centre Ruhrgebiet

Das dreiflügelige Gebäude der „Küppersmühle“ stammt aus dem Jahr 1908, der Mühlenbetrieb wurde 1972 stillgelegt. Die Basler Architekten Herzog & de Meuron haben das ehemalige Mühlen- und Speichergebäude mit seiner historischen Backsteinfassade 1997-1999 zu einem dreistöckigen Haus für die Kunst umgestaltet. Ein spektakulärer Erweiterungsbau in Form eines auf die Röhren des Stahlsilos scheinbar freischwebend aufgesetzten rechteckigen Kubus kann jedoch nicht wie geplant im Jahr der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 fertiggestellt werden.

Küppersmühle

Am Innenhafen sind drei Grachten angelegt worden, die dem neuen Wohnquartier ein besonderes Flair verleihen und dem Abfluss des Niederschlagwassers von Dächern und Grundstücken in das Hafenbecken dienen.

Seerosen in der Speichergracht

Zur Abendstunde versammeln sich vornehmlich jüngere Leute im Altstadtpark, um den Sonnenuntergang zu zelebrieren.

Sonnenuntergang am Innenhafen

Auch nach Sonnenuntergang hat der Innenhafen jede Menge zu bieten. Viele der historischen und neu entstandenen Gebäude sind illuminiert.

Küppersmühle und Werhahn-Mühle

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst

Schwanentorbrücke mit Kontorhaus

Eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben lädt in den Sommermonaten zum Verweilen im Freien ein.

H²-Office

Nachts erleuchten die vier hinteren Quertrakte des Bürokomplex „Five Boats“ mittels LED-Technik in unterschiedlichen Farben und strahlen dabei die „Bootskörper“ an.

Bürokomplex „Five Boats“

Bürokomplex „Five Boats“

Vom Portsmouth-Damm, der das östliche Hafenbecken pegelunabhängig vom pegelstandabhängigen Westteil des Innenhafens abtrennt, sieht man über den Altstadtpark hinweg den Stadtwerke-Turm und die Salvatorkirche in der Innenstadt.

Überreste der ehemaligen Bebauung im Altstadtpark, Stadtwerke-Turm und Salvatorkirche

Der aufgehende Mond verleiht dem Globus im Altstadtpark einen ganz besonderen Glanz.

Künstlerischer Globus im Schein des Mondlichts

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