Donnerstag, 3. Juni 2010

Hoheward – Der Landschaftspark

Zur Erholungslandschaft umgestaltete ehemalige Industrieflächen und Bergehalden

Im Rahmen meines Besuchs der EMSCHERKUNST.2010 bin ich auf den Landschaftspark Hoheward aufmerksam geworden, über den ich hier kurz berichten möchte und dessen Besuch ich wärmstens empfehlen kann.

Inmitten eines rund 7,5 km² großen Landschaftsparks, einem Rekultivierungsprojekt im nördlichen Ruhrgebiet mit ehemaligen Industrieflächen und Bergehalden des Steinkohlebergbaus an der Stadtgrenze Recklinghausen/Herten, erhebt sich die Bergehalde Hoheward (51°33’58,05” N, 7°10’11,26” E). Sie bildet gemeinsam mit der Halde Hoppenbruch (70 m Höhe über Niveau, 51°33’42,26” N, 7°9’15,63” E) die größte Haldenlandschaft des Ruhrgebiets. Die Halden Hoheward und Hoppenbruch bilden so genannte Panoramen der Industrielandschaft auf der Route der Industriekultur. Der Aufstieg auf die Halde Hoheward mit einer Höhe von 110 m über Niveau wird bei entsprechenden Wetterverhälnissen mit einer fantastischen Fernsicht über das nördliche Ruhrgebiet belohnt.

Die Halde Hoheward ist aus Schüttungen der Zeche Recklinghausen II, der Zeche Ewald und der Zeche General Blumenthal/Haard entstanden. Im Stadtteilpark Recklinghausen-Hochlarmark kann man noch heute das Fördergerüst und die Maschinenhalle der ehemailgen Zeche Recklinghausen II bewundern.

Förderturm der ehemaligen Zeche Recklinghausen II

Die Drachenbrücke über die Cranger Straße verbindet den Stadtteilpark Recklinghausen-Hochlarmark mit der Halde Hoheward. Sie symbolisiert das Eingangstor zu den astronomischen Landmarken auf der Halde Hoheward.

Die Drachenbrücke über die Cranger Straße

Von hier windet sich der Weg über Serpentinen auf das Gipfelplateau. Auf dem südlichen Plateau ist eine rund 3.000 m² große Horizontalsonnenuhr zu finden. Als Zeiger dient ein 8,50 m hoher Edelstahl-Obelisk, der seinen Schatten auf eine kreisrunde Fläche mit einem Durchmesser von 62 m wirft. Zahlreiche Erläuterungen auf der Fläche ermöglichen eine genaue Ablesung der Wahren Ortszeit und des Datums.

Die Horizontalsonnenuhr auf dem südlichen Plateau der Halde Hoheward

Auf dem nördlichen Gipfelplateau wurde am 8. November 2008 das weithin schichtbare Horizontobservatorium eröffnet. Zwei große Bögen mit 43 Meter und 45 Meter Radius überspannen wie die Großkreise Meridian und Himmelsäquator eine kreisrunde Ebene mit einem Durchmesser von 88 Metern.

Das Horizontobservatorium auf dem nördlichen Gipfelplateau der Halde Hoheward

Seit dem Dreikönigsfest 2009 ist das Horizontobservatorium allerdings gesperrt, die Weisen aus dem Morgenland haben einer Schweißnaht des Äquatorbogens in unmittelbarer Nähe zur Schnittstelle mit dem Meridianbogen einen mächtigen Riss beschert, und seither ist das gesamte Areal unter den Bögen abgesperrt. Der Fall beschäftigt inzwischen das Landgericht Bochum.

Reparierte Schweißnaht am Äquatorbogen des Horizontobservatoriums

Ungeachtet der Einschränkungen auf dem nördlichen Gipfelplateau ist aber der Blick in die Ferne nicht versperrt, auf der ersten Aufnahme ist der Blick über Gelsenkirchen mit der Evangelischen Altstadtkirche zur Essener Skyline mit dem RWE-Turm und dem Rathaus gerichtet.

Blick von der Halde Hoheward Richtung Gelsenkirchen und Essen

Die zweite Aufnahme zeigt die Veltins-Arena in Gelsenkirchen.

Blick von der Halde Hoheward Richtung Veltins-Arena in Gelsenkirchen

Keine Kommentare: