Montag, 10. Mai 2010

Hafengeburtstag Hamburg

Das größte Hafenfest der Welt

Seit 1977 wird in Hamburg um den 7. Mai der Hafengeburtstag mit einem großen Volksfest gefeiert, zu dem dieses Jahr lt. Veranstalter über eine Million Besucher erwartet wurden. Das Datum geht auf die Ausstellung eines Freibriefs von Kaiser Friedrich Barbarossa am 7. Mai 1189 zurück, der den Hamburgern für ihre Schiffe auf der Elbe von Hamburg bis an die Nordsee Zollfreiheit gewährt. Dieses Datum jährt sich 2010 zum 821. Mal.

Daher habe ich mich am Samstag aus der Kulturhauptstadt auf den Weg nach Norddeutschland gemacht, um dieses Ereignis vor Ort miterleben zu können. Es war mein erster Besuch beim Hafengeburtstag, und so war ich gespannt, was mich dort erwarten würde. Das Wetter war an diesem Wochenende ausgesprochen unangenehm, und die Vorhersage versprach auch keine wesentliche Besserung. Die Anreise mit dem Auto gestaltete sich ein wenig langwierig, und auch die gefühlten 100 km Baustelle auf der „Hansalinie“ zwischen Bremen und Hamburg (tatsächlich handelt es sich um den 6-streifigen Ausbau auf 72,5 km Länge) stellten meine Geduld erneut auf eine harte Probe.

Für den Samstag hatte ich mir als Ziel den Freihafen ausgewählt, da man von dort einen guten Ausblick auf die St. Pauli-Landungsbrücken und das innerstädtische Kreuzfahrtterminal hat. Aber bereits die Fahrt über die Köhlbrandbrücke verhieß überhaupt nichts Gutes, eine geschlossene Wolkendecke über der Innenstadt bestätigte die Wettervorhersage: Richtiges Schmuddel- bzw. Schietwetter. Ungeachtet dessen war bereits von hier der königliche Besuch beim Hafengeburtstag am Kreuzfahrtterminal zu sehen. Um mir wenigstens die kleine Illusion zu bewahren, wie schön das Ganze bei sonnigem Wetter hätte sein können, habe ich mich entschlossen, hier vereinzelt Fotos – die mit dem blauen Himmel – von früheren Hamburg-Besuchen einzustellen.

Blick auf die Hauptkirche St. Michaelis

R.M.S. Queen Mary 2 am Hamburg Cruise Center

Die Queen Mary 2 gehört mit ihrer Länge von 345 m und bis zu 2620 Passagieren noch immer zu den größten Passagierschiffen der Welt. Mit ihrem klassischen Aussehen gefällt sie mir persönlich bedeutend besser als die Kreuzfahrtschiffe der „Oasis“- bzw. „Freedom“-Klasse.

Dampfschiff Schaarhörn

Dampfschiff Schaarhörn

Dampfschlepper Woltman

Gaffelschoner Abel Tasman

2-Mast-Gaffelschoner Atalanta

Den ganzen Nachmittag wurde es nie langweilig, trotz des Schmuddelwetters hatten es sich soagr einige Unentwegte auf Campingstühlen an der Elbe bequem gemacht.

Kreuzfahrtschiff MS Delphin

A380-Transportschiff City of Hamburg

Einen der Höhepunkte am Samstag bildete das traditionelle „Schlepperballett“, bei dem die Schlepper vor den Landungsbrücken nach dem Motto „Alles Walzer“ zum Tanz bitten.

Das Feuerlöschboot Oberbaurat Schmidt geleitet die Schlepper
zu den St. Pauli-Landungsbrücken


Schlepperballett

Schlepperballett

Brigantine Eye of the Wind und Barkentine Thalassa
vor der Kehrwiederspitze

Am späten Abend folgte als weiterer Höhepunkt das farbenprächtige Feuerwerk, zu dem die Queen Mary 2 in Höhe der Elbphilharmonie und Mein Schiff von TUI Cruises westlich von Dock 11 den besonderen Rahmen bildeten.

Feuerwerk

R.M.S. Queen Mary 2 auf der Elbe

Wäre ich 20 Jahre jünger, so hätte ich am Sonntag um 5 Uhr den Besuch des traditionellen Fischmarkts in Erwägung gezogen. So zog ich es jedoch vor, zunächst im Hotel ausgiebig zu frühstücken und mich anschließend bei leider immer noch unangenehmem Schmuddelwetter auf den Weg durch die Speicherstadt zum Traditionsschiffhafen in der HafenCity machen.

Kehrwiederfleet in der Speicherstadt

Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen

Hier hatte für die Dauer des Hafengeburtstags der Solarkatamaran TÛRANOR PlanetSolar festgemacht, der erst am 31. März 2010 in Kiel vom Stapel gelaufen war und in Hamburg erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Solarkatamaran TÛRANOR PlanetSolar

Der Solarkatamaran mit einer Länge von 31 m ist mit hocheffizienten Solarmodulen (Wirkungsgrad mindestens 22%) mit einer Oberfläche von augenblicklich etwa 250 m² bedeckt, die für die geplante Weltumrundung im Jahr 2011 auf eine Oberfläche von 537 m² (inkl. seitlichen Auslegern und „Heckflügel“) erweitert werden sollen.

Solarkatamaran TÛRANOR PlanetSolar

Nachdem meine diesbezügliche Neugier befriedigt war und ich mich noch ein wenig in der HafenCity umgesehen hatte, machte ich mich entlang der Hafenmeile durch den alten Elbtunnel wieder auf den Weg in den Freihafen, wo bedeutend weniger Leute unterwegs waren und man das bunte Treiben auf der Elbe daher ungestörter beobachten konnte.

Flussschifferkirche im Binnenhafen

Alter Elbtunnel

Dreimast-Barkentine Loth Loriën

Sprietsegel-Schmack Gesine von Papenburg

Barkentine Antigua

Tonnenleger Bussard

Eisbrecher Stettin

Anlässlich der Auslaufparade, die vom Feuerlöschboot Oberbaurat Schmidt angeführt wurde, überflog ein Polizeihubschrauber mit Hamburg-Flagge mehrfach die Elbe.

Feuerlöschboot Oberbaurat Schmidt

Überflug des Polizeihubschraubers mit Hamburg-Flagge

Auslaufparade: Dreimast-Toppsegelschoner Mare Frisium
und der Nachbau der russischen Fregatte Shtandart


Auslaufparade: Solarkatamaran TÛRANOR PlanetSolar

Auslaufparade: Tonnenleger Bussard

Auslaufparade: Zollboot Helgoland

Hamburger Feuerwehr-Historiker FEUERWEHR IV

Kreuzfahrtschiff MS Alexander von Humboldt II

Fischereischutzboot Meerkatze

Am frühen Abend starteten Heißluftballons, an denen man sich zumindest kurzzeitig aufwärmen konnte.

Die Luft im Ballon wird durch den Brenner erwärmt

Heißluftballon

Schließlich verließ auch das Kreuzfahrtschiff Mein Schiff, das in der Nacht nach dem Feuerwerk am Kreuzfahrtterminal festgemacht hatte, wieder den Hafen.

Kreuzfahrtschiff Mein Schiff in Höhe der Elbphilharmonie

Kreuzfahrtschiff Mein Schiff

Brigg Mercedes und Bark Artemis

Wer hätte das gedacht: Nachdem zum Abend langsam wieder Ruhe im Hafen einkehrte, kam sogar die Sonne noch zum Vorschein.

Sonnenuntergang über der Elbe

Nach Angaben des Veranstalters feierten mehr als 1,2 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland trotz Schmuddelwetters gut gelaunt den 821. Hafengeburtstag Hamburg. Das größte Hafenfest der Welt war damit nach Aussage von Senator Axel Gedaschko „ein maritimes Volksfest der Superlative“.

Keine Kommentare: